Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Weitere Informationen zu Cookies und deren Deaktivierung finden Sie unter Datenschutz. Diese Website verwendet das Tracking Tool Google Analytics, damit wir unsere Website bedarfsgerecht gestalten und fortlaufend optimieren können. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Weitere Informationen zu Tracking Tools und deren Deaktivierung finden Sie unter Datenschutz.

Gesundheit

Was bedeutet die Typenzahl beim Mehl?

Wenn du im Laden stehst und dir ein Mehl kaufen willst, fragst du dich dann auch was diese Typenzahl bedeutet? Viele Leute meinen, dass die Typenzahl die Feinheit des Mehles beschreibt und greifen gerne zu einem Mehl mit sehr kleiner Typenzahl wie zum Beispiel Weizenmehl Typ 405 oder Dinkelmehl Typ 630. Ein fataler Irrtum....

Was ist nun richtig? Was sagt denn die Typenzahl hinter dem Mehl aus?

Die Typenzahl des Mehls beschreibt nicht, wie von vielen angenommen, die Feinheit des Mehles, sondern wie viel Mineralstoffe pro 100 g im Mehl noch enthalten sind. Das bedeutet:

Je niedriger die Typenzahl, umso weniger Mineralstoffe sind im Mehl enthalten.

  • In 100 g Weizenmehl Typ 405 sind 405 mg Mineralstoffe enthalten
  • in 100 g Dinkelmehl Typ 630 sind 630 mg Mineralstoffe enthalten
  • in 100 g Vollkornmehl sind ca. 1.800 mg Mineralstoffe enthalten

Du siehst: Vollkornmehl hat den 3- bis 4-fachen Gehalt an Mineralstoffe im Vergleich zu Weißmehl.
Vollkornmehle werden aber nicht mit einer Typenzahl benannt. Sie werden einfach als Vollkorn bezeichnet.

Dazu musst du wissen, dass sich die ganzen Mineralstoffe, essentiellen Aminosäuren, Vitamine und Omega3-Fettsäuren in den Randschichten und im Keimling des Getreides befinden. Der Mehlkörper (der bei niedriger Typenzahl isoliert verwendet wird) besteht nur aus Kohlenhydrate und dem Klebereiweiß (Gluten).

Bei der Herstellung von Vollkornmehl werden alle Bestandteile des vollen Korns vermahlen. Alle Inhaltsstoffe bleiben 1:1 erhalten. Bei einem Weißmehl (Auszugsmehl) hingegen werden die Randschichten und der Keimling entfernt. Dadurch fehlen im Mehl die wertvollsten Inhaltsstoffe des Getreidekorns.  ca. 90% der ursprünglichen Mineralstoffe wie Kalium, Eisen und Magnesium gehen verloren. Bei den Vitaminen ist der Verlust ähnlich hoch. Ballaststoffen gehen zu  2/3 verloren. Einige der sekundären Pflanzenstoffe fehlen sogar zu 100%, weil sie sich ausschließlich in den Randschichten des Getreidekorns befinden. 

Bild: Wikipedia
Quelle: Wikipedia

 

Die Typenzahl hat also nichts mit der Feinheit des Mehles zu tun, sondern damit wie wertvoll das Mehl für deine Gesundheit ist.

Handelsübliches Vollkornmehl ist leider meist so grob vermahlen, dass man zum Schluss kommen könnte, die Typenzahl beschreibe die Feinheit des Mehles.
Vollkornmehl kann aber auch so fein vermahlen werden, dass du keinen Unterschied zum mineralstoffarmen Mehl (Bsp. Dinkel 630) erkennst.

links: fein vermahlenes Urkorn-Vollkornmehl / rechts: normal vermahlenes Vollkornmehl
links: fein vermahlenes Urkorn-Vollkornmehl / rechts normal vermahlenes Vollkornmehl

Wie wird die Typenzahl bestimmt?

Zur Bestimmung der Mehl- Typenzahl wird 100 g Mehl bei 900º C verbrannt. Die verbleibende Menge setzt sich dann aus den Mineralstoffen zusammen, die in dem Mehl vorhanden waren.

Welche Mineralstoffe befinden sich im vollen Korn?

Im Vollkorngetreide sind besonders die folgenden Mineralstoffe zu erwähnen:

Eisen, Kalium, Zink, Magnesium, Mangan, Phospor, Selen

Diese Mineralstoffe sind Baustoffe für deinen Körper. Sie übernehmen zahlreiche lebenswichtige Steuerfunktionen, wirken als Antioxidantien (Zellschutz), sorgen für den Sauerstofftransport im Blut, stärken die Herztätigkeit, regulieren die Gewebespannung, sorgen für eine schöne Haut, starke Nerven und Muskeln.

Welche Vitamine sind im Vollkorngetreide und wie dienen sie deinem Körper?

Echtes Vollkorngetreide ist Lieferant für Vitamin E, B1, B2, B6, Biotin, Folat, Niacin und Panthothensäure.

Diesen Vitaminen sind unersetzlich beim Eiweiß- Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel. Außerdem werden Ihnen folgende positive Wirkungen zugeschrieben:

  • Zellerneuerung
  • Wundheilung und Hautgesundheit
  • Fänger von freie Radikale
  • körpereigene Abwehr / Immunsystem
  • Entzündungshemmend
  • stärkt die Nerven
  • verbessert die Schilddrüsenfunktion
  • verbessert die Konzentration und Erinnerungsvermögen
  • positiver Effekt bei Migräne

Fazit: Die Vitamine aus Vollkorngetreide stärken dein Immunsystem, sind gut für deine geistige Leistungsfähigkeit und sorgen für eine schöne Haut.

Wozu brauchst du Ballaststoffe?

Besonders die Ballaststoffe im Vollkornmehl sind für deine Darmgesundheit überaus wichtig. Du solltest täglich mindestens 40 g Ballaststoffe zu dir nehmen, damit deine Darmbakterien ausreichend Nahrung haben und nicht verhungern. Ballaststoffe werden von deinem Körper nicht verdaut und sind "Futter" für deine nützlichen Darmbakterien. Deine guten Darmbakterien können sich so vermehren und schützen dich vor krank machenden Bakterienstämmen und Pilzen. Außerdem sorgen Ballaststoffe dafür dass sich bei Darmträgheit, Verstopfung oder Durchfall dein Darm wieder normalisiert. Wenn du bedenkst, dass rund 80% deiner Immunzellen im Darm angesiedelt sind, erscheint es um so sinnvoller, deinen Darm gut zu "pflegen"

Warum sind Omega-3-Fettsäuren wichtig für Dich?

Ein echtes Vollkornmehl beinhaltet übrigens auch den ölhaltigen Keimling des Getreidekorns und damit die für deinen Körper so wichtigen Omega3-Fettsäuren

Omega3-Fettsäuren dienen der Vorbeugung vor koronaren Herzkrankheiten und Herzinfarkt. Sie wirken entzündungshemmend und können somit vor der Entstehung von Arteriosklerose schützen. Außerdem werden rheumatische Erkrankungen durch Omega3-Fettsäuren positiv beeinflusst. 

Du erkennst ein "echtes" Vollkornmehl daran, dass es nicht so lange haltbar ist. (ca. ein halbes Jahr). Bei einem Vollkornmehl mit einer Haltbarkeit von 1-2 Jahren wurde mit Sicherheit der ölhaltige Keimling entfernt.  Wenn das Öl im Keimling zu lange und zu warm gelagert wird, kann es ranzig werden und schmeckt dann nicht mehr. Wenn du wissen willst, ob dein Mehl noch gut ist, kannst du den so genannten "Kokain-Test" machen: befeuchte deinen Finger und nimm somit etwas Mehl auf und lecke es ab. Schmeckt das Mehl bitter, ist der Keimling ranzig geworden und es muss entsorgt werden. Ansonsten kannst du das Mehl gedankenlos weiter verwenden.

Meine Tipps:

  1. Verwende generell Vollkornmehl! Dein Körper wird es dir danken. Wenn du das "kratzige" und "strohige" Gefühl nicht magst, welches du von Vollkornmehl gewöhnt bist, dann greife zu sehr fein vermahlenem Urgetreidemehl. Wenn die Randschichten ganz fein pulverisiert werden, kannst du das Mehl sehr vielseitig verwenden, ohne dass du Genusseinbußen hast.  Probiere es aus. Spätzle, Pfannkuchen, Waffeln, Nudeln, Soßen binden, Kuchen, Muffins, Brot... Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt und du wirst begeistert sein.
     
  2. Frage bei deinem Bäcker nach, ob es sich tatsächlich um Vollkornbrot oder Brötchen handelt. Ein paar Körner im Brot oder eine dunkle Färbung sagen nichts darüber aus, ob es Vollkorn ist oder nicht. In dieser Hinsicht wird der Verbraucher leider sehr oft getäuscht. 
     
  3. Backe mal wieder selbst. Das macht Spaß und "erdet". Vor allem weißt du aber genau, was in deinen Backwaren ist. Tolle Rezepte findest du hier in meinem Blog.
Veröffentlicht am:
Facebook